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| Das Haus der Zwillingsmonde I |
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lalala ich fang hier mal was an, vorsicht viel text,
Prolog: Heimkehr
Ich kam gerade von den Sternen zurück, bluttriefend und ruhmbedeckt.
Und ich hatte beides - Blut und Ruhm - gleichermassen satt.
Die imperiale Flotte dekorierte mich mit Blech und Lametta und belohnte mich mit einer saftigen Prämie und einem zweiwöchigen Landurlaub.
Nach meiner Abmeldung beim Flottenhauptquartier flog ich mit meiner privaten Interceptor Omega zum Mars, ein kleiner Planet in den - noch - umkämpften Aussensektoren des kataranischen Reiches.
Auf der Strasse trug ich, wie immer auf gerade erst befriedeten Planeten, meine Uniform. Das verschaffte mir eine gewisse Achtung.
Eine Katarani-Kriegerin mag zwar kein seltener Anblick mehr sein, dennoch gibt es gerade bei der Hinterwäldler-Miliz und bei den neu ins Imperium integrierten Völkern immer wieder einige männliche Wesen, die nicht glauben können, dass auch Frauen im Stande sind zu kämpfen, sogar besser noch als Männer!
Eine offene Zurschaustellung meines Captians-Rangs verhilft dann doch zu einem Status, der verhindert belästigt zu werden.
Niemand wagte es sich mit mir anzulegen, als ich über den riesigen Basar schlenderte und die Vielfalt, die sich all meinen Sinnen bot, genoss.
Ich liebte diese Mischmasch-Architektur: die hölzernen Buden und leuchtenden Zelte der Händler, die sich unter den alten und modernen Gebäuden aus Fiberstahl, Marmor und Beton zusammendrängten.
Es gefiel mir, durch die Strassen und Gassen zu wandern, in denen es von allem Rassen des kataranischen Reiches nur so wimmelte:
Den raubkatzenartigen Katarani mit all ihren verschiedenen Rassen, das blaue Schillern der gefiederten Balis, den eidechsenhäutigen Zraa`saa, den seltenen Kelteranern mit ihren mächtigen Schwingen, den grünpelzigen Centaurions.
Exotische Fremde schoben sich durch die Menge, ebenso die Sklaven und Leibeigenen von dutzenden unterworfenen Rassen, wie die buntgescheckten Piwis, die verschlossenen Kunth´ras und die vielfarbigen kleinen Terraner, die sich erst seit kurzem der Herrschaft des Imperiums unterwerfen mussten.
Hier gab es nur wenige Katarani, die meisten bezogen erneut Stellung an der Front:
Terra, der letzte freie Planet dieser widerspenstigen Menschen.
Ein kleines Mädchen rannte hinter mir her und klammerte sich an mein Bein. Ich hob es auf und hielt es in meinen Armen.
Ihr Fell zeigte die gleiche aristokratische Tigerzeichnung wie das meine, doch die stahlblauen Augen und dürren Beinchen verrieten mir, dass sie ein Menschen-Halbblut sein musste.
Ein hoher Kommandant der ersten Mars-Invasionsflotte vor 8 Jahren musste da wohl sein neues Revier markiert haben.
Eines ihrer faszinierenden Augen wahr zugeschwollen und der gesamte Körper schien aus Hämatomen und blutigen Striemen zu bestehen. Sie flehte mich an, sie mit nach Kiltara zu nehmen, um dort das Kämpfen zu lernen.
Ich sprach ihr Mut zu, sagte ihr, dass der Clan der Kriegerinnen jede Frau aufnehmen würden in deren Adern kataranisches Blut fliesst, wenn sie alt genug wäre.
Sie war ein wildes junges Ding,und vielleicht würde ihre Gesinnung lange genug anhalten - lange genug um zu überleben, bis es so weit war.
Ich bewegte mich langsam durch die brodelnden Strassen, unterwegs zum grossen Tempel, um meiner Göttin zu huldigen.
Über den Vorplatz mit seinen schäumenden Springbrunnen und den geheiligten Kor-Bäumen, von deren Zweigen die süssen Früchte reif und schwer herabhingen, kam ich direkt in das Heiligtum der inneren Schreine.
Ich kniete zuerst vor dem Schrein der Bewahrerin nieder, öffnete einen der kleinen Lederbeutel in denen ich die Gabe für die grosse Löwin bereit hielt und holte die eroberten Skalps und Knochenbruchstücke aus der Schlacht, und einen Klumpen Erde hervor.
Während ich die Überreste meiner Feinde traditionell verbrannte, gab ich die Erde in eine Opferschüssel vor dem Bildnis der Raubkatze.
Der Feldzug war hart gewesen, kein Leben wurde verschont. Doch durch mein Bemühen, meinen Einsatz , blieb ein ganzer Kontinent, ihre göttliche Schöpfung, für uns erhalten.
Das ist etwas, was ich bei Männern nie verstanden habe.
Obwohl ich genauso hassen kann und der blutigen Mutter mit grösserer Hingabe diene, als jeder anderen Manifestation der Göttin, begreife ich nicht, wie Männer es fertig bringen die Erde selbst zu hassen und sie auslöschen wollen, als wäre SIE der Feind.
Und wieder bedauerte ich es, dass es immer noch nur so wenige Kriegerinnen der Kiltara gab.
Langsam erhob ich mich und schritt herüber zum Schrein der Flamme, dem Altar der blutigen Mutter, zu der, der man nur mit Blut opfern kann.
Ich wählte eine der scharfen Klingen aus, die davor lagen, schnitt mich damit und liess den glänzenden violetten Lebenssaft in eine knöcherne Schale tropfen.
Demütig betete ich darum, dass sie mein Opfer annahm.
Die einzige ernsthafte Verletzung die ich bisher in meiner Laufbahn erlitten hatte, erhielt ich als ich längere Zeit ihren Dienst vernachlässigte. Seitdem habe ich immer darauf geachtet, ihr dieses Opfer darzubringen.
Ich meditierte noch eine Weile und lauschte den Gesängen der Priesterinnen, während ich versuchte all den Schmerz und die Toten zu vergessen.
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26.02.2006 17:46 |
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Ein verheissungsvoller Beginn, Grilu:
Stilistisch sehr ausgefeilt, voller stimmungsvoller Bilder und eine Geschichte, die neugierig macht...
Laß mehr hören !
__________________ Schenke dem Fremden einen offenen Blick -
es gibt in seinen Augen so viel zu entdecken...
Und sei es nur
Dein Spiegelbild.
www.web-poet.de
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26.02.2006 20:15 |
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Danke Rosebud für die Ermunterung
Es war schon dunkel, als mir Panthera Ohm und Luzi`Fer über den Weg liefen. Der junge Jagdgeschwaderkommander leicht angesäuselt, die kelteranische Schiffsärztin mit ihren unheimlichen Dämonenschwingen unangenehm nüchtern. Ich nahm ihre Einladung an, mit ihnen ins Haus des Zwillingsmondes zu gehen.
An jenem ersten Abend ging ich nur aus Kameradschaft mit. Ich wollte nur eine leichte Mahlzeit, ein Glas Blutwein und mir ein wenig das Unterhaltungsprogramm des Hauses ansehen.
Danach wollte ich gehen und mit meiner Interceptor nach Kiltara fliegen und meinen Urlaub in der Gesellschaft meiner Clanschwestern geniesen.
Ich war wenig geneigt, mich den zweifelhaften Vergnügungen des extravagantesten Bordells des Planeten hinzugeben. Wirklich nicht.
Mit ihrer vollen Stimme wie talerianischer Honig deklamierte Luzi erotische Gedichte zu den Zwillingsmonden ihrer Heimat und führte uns durch gewundene Gassen zu dem mit Fackeln erleuchteten Portal.
Vor uns erhoben sich die Aussentoren aus schwarzem Teronstahl in Form zweier im Liebesakt verschlungener Drachen.
Zwei riesige Zraa`saa-Wachen liessen uns am Tor ein und wir passierten das von Lichtern durchzuckte Kraftfeld, welches uns automatisch nach Waffen abtastete.
Ein weisser Kiespfad wand sich durch bewachsene Bogengänge, deren aphrodisierende Dürfte mir fast den Atem nahmen, führte uns bis vor die kunstvoll gearbeitete Innentüre aus altem, vergilbten Milchweidenholz. Jedes der mit Schnitzereien verzierten Felder des Türblattes zeigte eine höchst erotische Szene aus der nacht-kelteranischen Mythologie. Ich erkannte die Zwillinge Tar-Shar und Lu-Sher wieder, geschwisterliche Kriegerinnen, die den süssen Tod sterben...
Der Knecht Voss´tor bei der Besteigung der engelsflügeligen Lichtkönigin Tara´Si, was die Verbrüderung der beiden kelteranischen Völker einleitete...
Zu ungeduldig, um diese Schönheit zu geniesen, stiess Panthera mit einem kehligen Knurren die Tür auf und wir betraten die prachtvolle Vorhalle der Zwillingsmonde.
Das Innere war elegant und teuer, sanft erleuchtet von unzähligen Fackeln und Kerzen, die einen eindringlichen Moschusgeruch verströmten.
Der Fussboden aus farbigem Marmorfliesen, war in einem raffiniertem Muster verlegt, und als Wandverkleidung wechselten sich goldgewirkte Seide mit kostbarer Milchweide und purpurnem Kor ab. Das dominante Möbelstück war ein riesiger Tisch in der Mitte der Halle, mit kunstvoller Einlegearbeit aus den gleichen Hölzern wie die Wandvertäfelungen.
Das geometrische Muster auf der Tischplatte stellte einen Lageplan der oberen Räume des Bordells dar und im Mittelpunkt eines jeden stilisierten Zimmers, lag ein kleiner goldener Schlüssel. Dahinter postierte sich ein mächtiger Nachtkelteraner- der "Hüter der Schlüssel".
Der Geflügelte warf Luzi ein wölfisches Grinsen zu - Dr. Fer war offensichtlich nicht das erste mal hier Kundin.
Am anderen Ende der Halle teilte ein glitzernder schwarzer Vorhang einen weiteren Raum ab.
Jetzt jedoch war das Tuch zusammengerafft und gab den Blick frei auf eine weiträumige konkave Halle. Seidenbezogene Liegen und Diwane waren kreisförmig um eine leicht erhöhte Bühne angeordnet. Niedrige Beistelltische boten Schalen mit köstlichen Früchten und erlesenem Naschwerk und Karaffen mit schweren, süffigen Weinen an.
Noch war es früh und nur wenige Liegen waren besetzt, doch es spielten bereits zwei hermaphroditischen Flits in einem lockenden Duett Flöte und Harfe.
Diese zarten vogelähnlichen Geschöpfe zählten zweifellos zu den exquisitesten Lustbarkeiten des Hauses. Erst vor kurzem wurde ihre Heimatwelt Farun unserem Imperium einverleibt und nur wenige der friedfertigen Flits überlebten diese Invasion.
Um ihre zerbrechlichen Federn zu schonen, trugen sie anstelle der üblichen Ketten, lediglich juwelenbesetzte Stoffbänder um die Handgelenke und Hälse, eine Flucht wäre für sie ohnehin undenkbar - die Bedeutung des Wortes "Kampf", war ihnen trotz ihres Verlustes und der Gefangenschaft absolut fremd.
Ihre sanfte Melodie hallte in mir wie zartes Glockengeläut wieder, und ich fing langsam an mich zu entspannen. Das wilde Treiben mit exotischen Fackeltänzen und pikanten sexuellen Vorführungen würden erst später beginnen, doch bis dahin wollte ich sowieso schon längst auf dem Heimflug nach Kiltara sein.
Am hinteren Ende der Halle schwang sich im weiten Bogen eine breite Treppe von den oberen Zimmern nach unten. Ich blickte gerade zufällig nach oben, als Du, flankiert von zwei starken Zraa`saa-Wachen, die Treppe herunter geschritten kamst.
Ich spürte wie mein Herzschlag für einen Moment aussetzte und mein ganzer Körper erstarrte.
Ja, ich hatte Dich sofort erkannt...
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08.03.2006 20:04 |
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| RE: Das Haus der Zwillingsmonde I |
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Wow ! Grilu, bist Du Dir ganz sicher, dass Du den richtigen Beruf ausübst ?
Solltest Du nicht besser Sci - Fi - Autorin sein ?
Ich habe durchaus auch Phantasie, aber so etwas könnte ich nie schreiben...
so eine völlig andere Welt erstehen zu lassen aus dem Nichts, das finde ich extrem schwierig.
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09.03.2006 08:45 |
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danke es freut mich dass es ein wenig gefällt
ob ich mir mit meinem Job sicher bin????
NEIN, bin ich nicht
ich habe nur ein kleines Problem, als Künstler verdient man nicht so die Welt, zumindest nciht als Freischaffender, und unter Zeitdruck kann ichnicht arbeiten *g*
und ich habe noch ein grösseres Problem:
Ich kann das nächste Kapitel hier nicht so einfach hochladen, ist nciht so wirklich jugendfrei
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09.03.2006 19:42 |
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Ich denke, Du wirst selbst ein gutes Gespür dafür haben, Grilu, wo die Story am besten aufgehoben wäre -
in jedem Fall werden wir Möglichkeiten finden, sie, falls erforderlich, dem Zugriff Minderjähriger zu entziehen...
Nur verpassen möchte ich die weiteren Geschehnisse auf keinen Fall !
__________________ Schenke dem Fremden einen offenen Blick -
es gibt in seinen Augen so viel zu entdecken...
Und sei es nur
Dein Spiegelbild.
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09.03.2006 21:48 |
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Huhu, Grilu -
wann dürfen wir Dich wieder in die Welt der Zwillingsmonde begleiten ?
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es gibt in seinen Augen so viel zu entdecken...
Und sei es nur
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29.03.2006 07:47 |
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| RE: Das Haus der Zwillingsmonde I |
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Auch ich bin neugierig auf die Fortsetzung !
Wollte nur nicht quengeln, aber wenn Rosebud es schon erwähnt...
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29.03.2006 08:08 |
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ich mach ja schon *g*
alte Frau ist doch kein.....
ne, sorry, hatte die letzten Wochen ziemlich Stress, mit unserem kranken Kater, ist Montag dann doch eingeschläfert worden, da war nicht so arg mit Geschichten bearbeiten....
ein Kapitel hab ich noch, das ich bedenkenlos hochladen kann, ich hoffe, es sagt Euch zu:
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Rückblick
2 Jahre und 6 Monate zuvor....
Ich war damals noch 1. Offizier an Bord der "Kataar", dem schweren Schlachtkreuzer meines Ziehvaters Capt. Leon. Er hatte mich liebevoll in seinen Clan aufgenommen, nachdem die Menschen den Aufklärungstransporter meiner Eltern beim ersten Katarani-Mensch-Kontakt zerstörten. Als ich alt genug war, schloss ich mich einem Schwesternclan an, der mich zur Kriegerin ausbildete und so stand ich nun auf seiner Brücke, als der automatische Alarm losschlug.
Lt. Lyra aus der Ortungsabteilung kommentierte das schrille Heulen, in ihrem knappen rhythmischen Singsang:" Kollisionsalarm - kleiner Erdjäger - Interceptor-Klasse - unbekannte Kennung - frontaler Aufschlag in 15 sek." sie runzelte die Stirn " kommt direkt aus dem Hyperraum, dass kann nicht sein... Aufschlag in 10.....9....."
"Schilde hoch, verdammt wo kommt der Scheisser her?" Ich ging im Geiste alles durch während ich mich auf den Einschlag vorbereitete. Die Aufklärung hatte zweifelsfrei ergeben, dass zwischen uns und unserem nächsten Ziel, einer kleinen unbewaffneten Orbitalfarm der Terraner, weit und breit kein kampftüchtiges Objekt mehr was.
Ein Spaziergang, rein, besetzen, fertig. Und nun materialisierte aus dem Nichts dieser kleine Jäger und würde uns ein riesiges Loch in den Rumpf reissen, wenn die verflixten Schilde nicht schnell genug oben wären....
Sie waren es selbstverständlich nicht.....
Mit einer 10 sekündigen Verspätung liess ein grausamer Ruck den schweren Kreuzer erzittern, als die Interceptor, anstatt auf dem Rumpf aufzuschlagen in den vorderen Hangar rauschte und auf ihrem Weg einen Pfad der Zerstörung hinterliess.
Hatte dieser verfluchte Mensch es doch irgendwie geschafft, sich in das ungeschützte Nadelöhr der Startrampe zu manövrieren und dort ungebremst in die im Hangar wartenden Jagdbomber und Abfangjäger zu rasen, was eine heftige Explosion auslöste.
In meinem Inneren brodelte es, normalerweise hätte ich einen solchen Kamikazeflug vielleicht bewundert. Sowohl der Mut, als auch das Geschick entsprachen wahrlich denen, eines hochverehrten Katarani-Veteranen. Doch in diesem Moment fühlte ich nur unbändigen Hass auf diese menschliche Brut, die zwar damit unser Schiff vermutlich vor grösserem Schaden bewahrt hatte, aber dennoch unseren Einsatz gefährdete.
"Schadensbericht!" donnerte ich ins Intercom.
"Hangar 1: Lt. Ohm, Ma´am Commander. Multiple, aber reparable Schäden auf dem gesamten Hangardeck, Startrampe blockiert, 10 Bomber und Abfangjäger beschädigt, 3 Jäger zu schwer, die können wir nur noch zum Ausschlachten benutzen, zwei Techniker leicht verletzt und auf dem Weg zur Krankenstation. Der Bewahrerin sei Dank, kein Druckabfall, die Kiste kam sauber rein, kein Kratzer im Startschacht.
Ich sag's nicht gern, aber dieser Mensch kann fliegen, wie Sho´ta´kar"
"Sparen Sie sich die Lobeshymnen Lieutenant", unterbrach ich ihn scharf, "ich komme runter"
"Jawohl Ma´am" ein kurzes Zögern, "Ma´am Sie sollten den Captain mitbringen, wir haben ein Lebenszeichen in der Interceptor!"
Leon betrat zur gleichen Zeit auf dem Hangardeck wie ich. Uns traf ein Bild der Verwüstung.
Durch beissende Rauchschwaden konnte ich das ausgebrannte Wrack des Feindschiffes nur noch als Haufen Schrott erkennen. Vermutlich hatte der Pilot nach Verlassen der engen Startrampe doch noch die Kontrolle verloren und das Schiff hatte sich im vollgestopften Hangar mehrfach gedreht. Dabei hatte es offensichtlich wie eine angeschnittene Billardkugel so ziemlich jeden unserer Flieger gerammt und letztendlich Feuer gefangen, was einen geparkten Tankzug detonieren liess.
Ich war dabei, als Dich die Techniker aus dem Wrack regelrecht herausschnitten.
Mit Deiner felllosen, blassen Haut, den kurzgeschorenen blonden Haaren und all dem Blut, sahst Du aus, wie ein frisch geschlüpftes Vakuth.
Ich erinnere mich noch, als Du nach 2 Wochen zum ersten Mal auf der Krankenstation die Augen aufschlugst. Der erste Anflug von Panik, als Dr. Fer´s schwarze Fledermausflügel, Deine kindisch-terranischen Vorstellungen von Tod, Hölle und dem Teufel wach werden liessen. Doch es verging so schnell, wie es kam und als Dein Blick mich traf, erschauderte ich unwillkürlich.
Diese leuchtend grünen Augen. Dein selbstzufriedenes Lächeln, dahin gezaubert, wie das eines Neugeborenen, welches seine Mutter zum ersten Mal erblickt.
Kalt wandte ich mich ab. Ich konnte nur Verachtung und unsagbaren Hass empfinden. Menschenpack!
Im Hauptquartier mied ich die monatelangen Verhöre. Ich kümmerte mich lieber zusammen mit den Ingenieuren und Schwärmen von Technikern und Wissenschaftlern darum, das Geheimnis dieses neuartigen Hyperantriebs zu ergründen. Noch nie zuvor gab es ein Schiff kleiner als eine leichten Corvette, das stabil genug war und noch dazu den nötigen Platz für einen solchen Antrieb hatte.
Dieser winzige 1-Mann-Jäger gab uns allen ein Rätsel auf. Wie konnte die Menschheit so etwas ohne unser Wissen entwickelt und gebaut haben? Jetzt, wo ihre Auslöschung kurz bevor stand? Vor 3 Monaten hatten wir die Mondbasis besetzt, nun lag nur noch der planetare Abwehrring Terra´s vor uns.
Ich vergrub mich in meine Forschung, dennoch bemerkte ich, dass mein Vater nach jedem Verhör immer stiller und nachdenklicher wurde.
Immer öfter besuchte er Dich alleine. Unter vier Augen, ohne Aufnahmegeräte, ohne Folter.
Was immer Du ihm erzählt hast, es veränderte ihn auf erschreckende Art und Weise.
Als das militärische Oberkommando genug erfahren hatte, reichte Leon überraschend sein Rücktrittsgesuch ein, zusammen mit einen Antrag für Deine Freilassung.
Der Antrag wurde selbstverständlich abgelehnt. Mein geliebter Vater, tapferster aller Warlords, begab sich um Jahrzehnte gealtert mit einem Schweigegelübde ins Priesterexil. Was für eine Schmach und Schande für solch einen Krieger, dessen sehnlichster Wunsch es gewesen war, mit dem Messer an des Feindes Kehle zu sterben.
Und ich, ja ich wurde seine Nachfolgerin: Captain der "Kataar" und ich fühlte mich einsam und verlassen auf seiner, meiner Brücke.
Und ich hasste Dich dafür!
Als ich Dir das letzte mal begegnete, trat ich auf Dich zu und betrachtete Dich verächtlich in Deinen schweren Fesseln und Ketten und spie Dir all meinen Hass und Frust entgegen.
Doch Du lächeltest mich nur sanft an:
" Ich weiss, Mylady, Ihr hasst uns. Ein kleines, todbringendes Missverständnis zwischen zwei so verschiedenen Rassen, und doch sind wir uns so ähnlich. Sobald Ihr die gesamte Menschheit versklavt und die Erde zerstört habt, wird auch Euer Schicksal besiegelt sein. Mit Eurem Hass werdet Ihr Eure letzte Hoffnung auslöschen. Allein werdet auch Ihr und Euer grosses Imperium, die aufziehende Gefahr nicht abwenden können. Kehrt um, bevor es zu spät ist"
Damals glaubte ich, Du wärst verrückt, oder würdest versuchen, Dir feige mit diesem Gerede Deine blasse Haut retten wollen.
Doch wenn ich heute daran zurück denke, war in Deinen Augen niemals ein Zeichen von Wahnsinn oder Furcht.
So wie heute.
Nackt, gedemütigt, in Ketten.
Als Sklave verkauft und missbraucht.
Und noch immer ist Dein Blick klar, ruhig und gefasst.
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29.03.2006 19:39 |
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| RE: Das Haus der Zwillingsmonde I |
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Hey...vielen Dank !
Tut mir leid, das ich gequengelt habe - konnte ja von den Umständen nichts ahnen...
Tut mir sehr leid mit Deinem Katerchen...
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30.03.2006 08:10 |
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schon gut, habs auch nicht als quengeln aufgefasst aufgefasst
freut mich doch, wenn es jemanden interessiert, was ich so von mir gebe
naja für Felix war es letztendlich besser so *schnief*
mal gucken, wenn ich wieder mehr Luft habe guck ich mal ob ich mit meiner Ma zusammen das Gedicht fertigbringe, das wir vor ewigen Zeiten über Felix angefangen hatten.
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30.03.2006 19:39 |
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Prima, Grilu !
Und all die, die noch keine tausend Beiträge auf ihrem Konto haben, sollten sich jetzt sputen -
es lohnt sich !
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es gibt in seinen Augen so viel zu entdecken...
Und sei es nur
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11.04.2006 17:58 |
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