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| Alex im Konzert: Queen & Paul Rodgers |
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Wir wir alles wissen, hat der Tod von Freddie Mercury beileibe nicht das Kapitel "Queen" beendet. Bassist John Deacon verschwand zwar ins Privatleben, aber aus Drummer Roger Taylor und Gitarrist Brian May sind zwei gelangweilte Multimillionäre geworden, Taylor ein Party-Mensch und ergrauter Playboy, May ein Sensibelchen und Selbstzweifler, der nebenbei die härtesten Riffs aus der legendären selbstgebauten Klampfe jagt.
Alle Jahre wieder treten Queen mal irgendwo auf, meist bei Charity-Großveranstaltungen, oder auch einfach mal so. Was mitunter zu skurrilen Ergebnissen führt, so waren sie z.B. am holländischen "Köiniginnentag" (Queens Day!!!!) 2002 in Amsterdam zu bewundern, Frontfrau war damals Meat Loafs Backingsängerin Patti Russo.
Und heuer sind sie wieder richtig auf Tour, und die Konzerte waren auch richtig schnell ausverkauft. Frontmann ist diesmal der Gröhlmeister von Free und später Bad Company, Paul Rodgers. Warum und weshalb weiss man nicht so genau.
Aber der Reihe nach: Rosebud hatte ja schon die Demolation des Denkmals befürchtet, die Zerstörung der Legende durch die Legendären. Und die haben wirklich einiges dafür getan um diese Prophezeihung war zu machen
Die Bühne in der Frankfurter Festhalle ist mit einem dezenten Lila Vorhang verdeckt. Vor dem Vorhang ein einsamer Mikro-Ständer, der Ausrichtung nach für einen Gitarristen. BRIAN MAY, schreit es im Hirn, und gar nicht so weit weg.
Ich bin irgendwo im vorderen Drittel gelandet, allerdings etwas weiter weg als sonst. Die ganze Aktion ist etwas ungemütlich, denn vor der Bühne befindet sich noch ein Catwalk, der wiederum auf eine Mini-Bühne führt. Dieser Laufsteg ist irgendwo links von mir, entsprechend voll und gequetscht steht man hier, muss sich immer mal halb drehen, entweder zur großen Bühne oder zur kleinen. Der Innenraum ist eh wieder überfüllt. Sardinenbüchse live.
Aber es ist ja auch noch nix los. Seit 20 Uhr kommt ein Intro nach dem anderen vom Band, zwischendrin sägt immer mal eins der typischen May-Riffs durch die Halle. Dann plötzlich passiert alles auf einmal. Der Vorhang fällt, offenbart über der Bühne das gewaltigste Aufgebot an Licht-und Laser Anlagen die ich jemals in einer Halle gesehen hab, dann ist erstmal der heilige Krach angesagt. Brian May ist da, lächelt freundlich und sieht so aus wie man ihn halt kennt, mit Wuschelfrisur und schlabber-Hemd...nur halt etwas älter. Macht aber nix. Von Roger Taylor sieht man nicht viel, nur sein weißgrauer Haarschopf ist zunächst hinter den Drums erkennbar. Ein Bassist, ein weiterer Gitarrist, der "fünfte Queen" Spike Edney an den Keyboards....das reicht. Hatte ich doch befürchtet dass Queen wie weiland The Who im Musical-Wahn 150 Backingsänger anschleppen würden.
Gott, ist der Sound hier vorne beschissen. Alles übersteuert, alles nur Gekreische. Plötzlich ist Paul Rodgers vorne bei uns auf dem Laufsteg, sieht irgendwie wie ein Möchtegern-Zuhälter aus und röhrt gestenreich...leider geht das was er da röhrt erstmal unter. Jetzt ist auch May auf dem Catwalk, heftigst gefeiert, und so langsam schält sich ein Song aus dem Radau. Trotzdem erkennt den Opener "TIE YOUR MOTHER DOWN" nur, wer von den Lippen ablesen kann.
Beim zweiten Song wird ja bekanntlich alles besser, May richtet erstmal ein paar freundliche Worte an uns, glaubt man den Interviews ist der tatsächlich ein ganz netter. Wie schön es doch hier in Frankfurt ist, und Festhalle, und überhaupt. Dass sich sowohl Rodgers Stimme als auch Mays Gitarrensoli des öfteren in der Kuppel der ach so tollen Festhalle als üble Rückkopplungen überschlagen, erwähnt er nicht, aber wir kriegen's ja auch so mit
So folgt dann als Song Nr.2 "I WANT TO BREAK FREE", der Sound pendelt sich langsam ein, aber irgendwas klemmt doch, warum ist denn das so stoisch, warum so zäh....die Erklärung findet sich an den Drums. Sollte es dort eigentlich grooven, kommt von Herrn Taylor nur ein stoisches bumm-tschak, bumm-tschak. Keine Technik, kein Tempo, nix. Ausserdem bekundet er sichtlich Mühe dabei, unter dem grauweißen Haarschopf kommt jetzt ein sichtlich rotes Gesicht zum Vorschein. Naja.
Aber dann wird's richtig erfreulich, Queen gedenken der goldenen Zeiten und spielen "FAT BOTTOMED GIRLS", und plötzlich stimmt alles, auch an Rodgers Stimme hat man sich jetzt gewöhnt. Ob er das gut macht oder schlecht, wer will das sagen....gottseidank hat er nicht Freddies Stimmlage, d.h. schon alleine der Versuch einer Imitation bleibt aus. Dafür klingt es halt jetzt so wie wenn Paul Rodgers eben Queen-Lieder singt. Das geht halt mal besser und mal schlechter. Viele der Queen-Hits sind ja exakt auf Freddie zugeschnitten gewesen, und da man sie nicht umarrangieren mochte muss Rodgers jetzt versuchen sie in seiner Stimmlage zu singen. Das klappt halt nicht immer.
Aber noch ist alles leidlich im grünen Bereich, "CRAZY LITTLE THING CALLED LOVE" tut keinem weh. Dann wird's Zeit für eine Pause. Taylor kommt hinter seiner Burg hervor und geht mit dem Bassisten und dem zweiten Gitarristen vorne auf den Laufsteg. HERRGOTT, WAS IST DENN NUR MIT ROGER TAYLOR PASSIERT????????? Kein Wunder dass er Mühe an den Drums hat....sehr alt ist er geworden, und ETWAS in die Breite gegangen. Naja. Er kündigt einen neuen Song an, für Nelson Mandela und dessen Kampf gegen Aids in seinem Land, ich erwarte schon übelsten Kitsch, aber der Song ist erstaunlich gut, weil simpel und ehrlich gehalten, und heisst "SAY IT'S NOT TRUE". Taylor kann übrigens nicht von hier bis dort singen, aber irgendein freundlicher Mensch hat den Song so arrangiert dass es passt. Taylor verschwindet und macht Platz für May. Der kommt mit der akustischen und 'nem Hocker, hat also viel vor. Zunächst spielt er ein schön munteres "39", dann kommt das unvermeidliche "LOVE OF MY LIFE", mit tausendfacher Unterstützung.
May schnappt sich die elektrische, und fängt dann trotzdem erstmal wieder ganz langsam an.....die ersten beiden Strophen von "HAMMER TO FALL" singt er tatsächlich als Blues, bis dann endlich die Band einsetzt. Auch Mays Gesangskünste sind nicht berauschend.
Dann tuckert ein Drum-Part aus dem Off los, Taylor kommt wieder nach vorne und singt "DAYS OF OUR LIVES" ausgerechnet als Duett mit May, Ohren-und herzzereißend.
Taylor bleibt vorne, ein weiteres mal kommen die Drums vom Band: ausgerechnet "RADIO GAGA" wird von Taylor, einem Nicht-Sänger vor dem Herrn, in Grund und Boden gedehnt und gemeuchelt.
Wo ist eigentlich Paul Rodgers hin? Ach, da kommt er ja, und singt "Can't get enough of your love" von Bad Company. Naja, da fühlt er sich wenigstens zu Hause.
Dann fängt May doch tatsächlich an, ein episch langes Solo aus dem Hut zu zaubern, ich glaub das ist auch auf irgendeiner Queen-LP....."BRIGHTON ROCK" (oder war's DUMMBATZ-ROCK?) Dann kommt Taylor, der dann natürlich prompt ein ellenlanges Drum-Solo vom Stapel lassen muss. Hätte er mal halb soviel Action während der Songs gemacht.
Was war das allerschlimmste auf der "Live Killers"-DoLP?? Na, na??? Richtig, Roger Taylors "Dream Machine/I'm in Love with my car". Beides kommt, schlimm und grauslig.
Brian May ergeht sich in einem weiteren Instrumental, kommt wieder auf dem Laufsteg, und steht dank Lichteffekt und Disco-Kugel in einem Meer aus Sternen, oh wie passend.
"A KIND OF MAGIC" wird denn auch vollends versemmelt, Rodgers verschusselt seine Einsätze, der Bassist würde gerne etwas Rhythmus in die Sache bringen, doch Taylor besteht auf seinem üblichen bumm-tschak, was schlicht und einfach den Motor des Stücks lahmlegt.
So langsam neigt sich das ganze in die Endkurve, "BOHEMIAN RHAPSODY" bringt uns Freddie per Leinwand am Piano, die Band begleitet ihn....den letzten Part des Stückes übernimmt dann Rodgers. Der darf dann auch mal Free's "ALLRIGHT NOW" singen, das grausliche "I WANT IT ALL" kommt, genauso wie "SHOW MUST GO ON".
Dann spielen sie noch zwei Songs, die man eigentlich niemalsnichtmehr hören wollte, schon gar nicht live. Bei dem ersten geht's dauernd bumm-bumm-tschak, bumm-bumm-tschak (Roger Taylors große Stunde), und im zweiten singen sie irgendwas von Pilzen, Champignons glaub ich, oder waren's Steinpilze....
Egal. Das Konzert war etwas merkwürdig. Natürlich hab ich oben nur die wirklichen Tiefpunkte rausgepickt. Die Stimmung in der Halle war fantastisch, Brian May ist immer noch ein ganz erstaunlicher Gitarrist. Die Begleitmusiker waren toll und hatten sichtlich ihren Spass, und Roger Taylor trommelt nicht nur schlecht.
Von daher.....viele Hits (ich hab sicher den einen oder anderen Kracher vergessen), ne gute Band....manchmal war's halt seltsam
__________________ Alex
Am Ende wird bestimmt alles gut!!
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20.04.2005 01:49 |
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Bittere Erfahrungen haben uns leider allzuoft gelehrt, dass die Rückkehr so mancher Legenden aus der Versenkung nur allzugerne zu deren eigener Beerdigung gerät.
Brian May hat sicherlich nichts von seinem Können eingebüßt, doch Roger Tayor hätte sicher - wie John Deacon - gut daran getan, sich aufs wohlverdiente Altenteil zurückzuziehen, meinetwegen auch den ergrauten Partylöwen zu geben.
Immerhat hat Dein Bericht, Alex, mich endgültig davon überzeugt, den Erwerb einer Karte für das QUEEN-Zusatzkonzert in der Rheinenergie-Arena erst gar nicht in Erwägung zu ziehen.
Lieber schwelge ich in Erinnerungen an meine beiden QUEEN-Konzerte Anfang der Achtziger Jahre in ebendieser Frankfurter Festhalle, die allerdings auch damals schon eine Akkustik zum Davonlaufen bot.
Doch die Erinnerung verklärt auch dieses kleine, unbedeutende Detail !
__________________ Schenke dem Fremden einen offenen Blick -
es gibt in seinen Augen so viel zu entdecken...
Und sei es nur
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Dieser Beitrag wurde 1 mal editiert, zum letzten Mal von Rosebud am 20.04.2005 07:28.
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20.04.2005 07:27 |
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Super Bericht Alex
auch ich bin froh, dass ich mir die karten gespart habe. denn ein bissel geärgert hatte ich mich schon.. aber nach dem bericht, bin ich dankbar geld gespart haben zu dürfen
im endeffekt kann ich mir auch nicht vorstellen, dass man solch eine rocklegende wieder ins leben rufen kann, wenn das "herz der band" dazu fehlt
__________________ Lieben Gruss vom

~ Es gibt viele Sterne am Himmel, aber ein ganz besonderer Stern leuchtet am hellsten! Dieser Stern bist Du - denn Du bist etwas ganz Besonderes! ~ Ich liebe Dich! *
für Woody* ~
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20.04.2005 08:07 |
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Wie zu erwarten:
Noch im September gibt's die Doppel-Live-CD, im Oktober die DVD, und das alles unter dem Titel "Return of the champions" *hüstel*
__________________ Alex
Am Ende wird bestimmt alles gut!!
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13.09.2005 23:11 |
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Nun ja...
schon die Live-CD der Brian-May-Band ("Live at the Brixton Academy) fand ich ob der fragwürdigen Sangesdarbietungen des Queen-Gitarristen und der zum Teil gewöhnungsbedürftigen Interpretationen von Queen-Titeln - ähm - recht mutig !
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14.09.2005 00:24 |
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Heute gesehen: Roger Taylor hat nicht mehr aufs Cover gepasst und May wollte auch nur von hinten erkannt werden.....
__________________ Alex
Am Ende wird bestimmt alles gut!!
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20.09.2005 22:00 |
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Und was verbirgt sich nun hinter dem gründlich misslungenen Cover ?
Das komplette, zweistündige, auf zwei CDs gebannte Konzert, aufgenommen in Sheffield am 09.Mai 2005 und offenkundig nur mässig im Studio nachbearbeitet, so dass auch all die von Alex in seinem Konzertbericht ausführlich gewürdigten Schwächen der um Paul Rogers verstärkten QUEEN-Hinterbliebenen überdeutlich zutage treten.
Soundmäßig ist die leicht pomadig betitelte "RETURN OF THE CHAMPIONS"-CD nicht zu beanstanden;
die Stimmen und Instrumente sind passabel im Raum ortbar und das stimmgewaltige Publikum liefert den passenden Rahmen dazu
(nur ganz so textsicher, zu hören bei "Love of my life", scheint die neue Generation von QUEEN-Fans im Vergleich zu früheren Konzert-Aufzeichnungen nicht mehr zu sein).
Ein wenig mehr Mut zu Variationen und Neudeutungen des liebgewonnenen QUEEN-Oeuvres hätte sich der langjährige QUEEN-Anhänger, der "Live Killers" und "Live at Wembley ´86" ohnehin im Schlaf mitbeten kann, dann doch gewünscht;
leider liefern QUEEN - bis auf das gelungene "Hammer to fall"-Intro (drei beglückende Minuten) - überwiegend 1:1-Dubletten ihrer sattsam bekannten Live-Interpretationen früherer Jahre.
Natürlich fehlt die Stimmgewalt eines Freddie Mercury an allen Ecken und Enden - wie sehr, bezeugt "Bohemian Rhapsody":
Freddies Stimme vom Band stellt die fragwürdigen Sangeskünste des Trios Paul Rodgers (der überraschend selten zum Zug kommt), Brian May (dessen Stimme schon immer etwas dünn war, der aber immerhin einen Ton halten kann) und Roger Taylor (mit einem raspeligen Reibeisenorgan, das Alex Kritik in dieser Schärfe dann doch nicht verdient) deutlicher bloß, als dies wohl beabsichtigt war.
QUEEN + PAUL RODGERS: "Return of the champions" entpuppt sich somit als Live-CD, die sich zwar keine wirkliche Schwäche leistet, die aber letztlich so überflüssig ist wie das Konzert, das sie dokumentiert.
Schade !
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22.09.2005 19:17 |
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Queen & Paul Rodgers sind ja heuer wieder unterwegs, vorab gibt's tatsächlich eine neue Single. Allerdings handelt es sich um Roger Taylors "Say it's not true". War der Song ja bei der letzten Tour noch überzeugend dargeboten worden, so klingt die Studio-Version nun vollends gruselig. Vollends von Taylor zersungen, dazu noch mit so vielen Effekten auf der Stimme, dass man meint, einem Cher-Outtake zu lauschen. Ungenießbar.
__________________ Alex
Am Ende wird bestimmt alles gut!!
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10.05.2008 11:13 |
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